HOW TO: Manuelle Fotografie – Einfacher Guide zu ISO, Blende und Verschlusszeit

HOW TO: Manuelle Fotografie – Einfacher Guide zu ISO, Blende und Verschlusszeit

Hey Leute,

eine Freundin fragte mich vor kurzem mal, ob ich ihr bei ihren Fokusproblemen helfen könnte.

Ein anderes Mal wurde ich gebeten, die Grundlagen des manuellen Modus zu erläutern.

Ich habe das vor ungefähr 2 Jahren völlig alleine durchgemacht.

Vorher habe ich nur im automatischen oder halbautomatischen Modus geshootet, hatte aber buchstäblich KEINE Ahnung, was ich tat.

Natürlich wusste ich nicht, dass ein Zoomobjektiv nicht bedeutete Um das Objekt näher zu mir zu bringen, muss ich es drehen, stattdessen näher heranrücken, wenn ich die gleichen Lichteinstellungen haben wollte.

Man, war ich ahnungslos.

Aber deshalb mache ich das jetzt hier.

Ich weiß, dass es vielleicht eine Millionen Menschen gibt, die diese Dinge herunterbrechen, aber

a) Ich habe immer noch das Gefühl, dass es im Allgemeinen an Frauen mangelt, die über Kreativität, Business und Mindset sprechen. Also trage ich dazu bei!

b) Jeder hat seine eigene Stimme und manchmal inspiriert dich die Art und Weise, wie eine Person genau dasselbe beschreibt wie eine andere, zum Handeln.

Wenn ich diese Person für sich bin, fühle ich mich geehrt.

c) Warum etwas verbergen, was ich liebe? Es hilft mir auf eine Art meine eigenen Gedanken runterzuschreiben und Wissen zu teilen.

Du verstehst etwas nur dann wirklich, wenn du es ‚dumm‘ machen kannst, also so, dass es auch ein kleines Kind versteht.

Also, los geht’s:

ISO

Beginnen wir mit ISO.

ISO ist die Lichtempfindlichkeit des Sensors.
Eine kleine Zahl wie ISO 100 bedeutet, dass der Sensor im Vergleich zu ISO 6400 oder höher weniger empfindlich ist.

Ein niedriger ISO wird bei Tageslicht oder hellen Umgebungen verwendet.
Das heißt, wenn viel Licht zur Verfügung steht.
Es spielt keine Rolle, ob es sich um natürliches Licht oder Blitzlicht, LED’s oder Videolichter handelt.

Es ist abhängig von der Lichtmenge.
Und das bedeutet, ja, hohe ISO-Werte werden in dunklen Umgebungen verwendet, z. B. in Innenräumen mit wenig Licht, in absolutem Schatten oder in den Abendstunden.

Das sind die Grundlagen.

Viele Fotografen haben eine Diskussion darüber, den ISO überhaupt zu erhöhen.

Sie lehren vielen Anfänger, nur mit einem ISO 100 zu fotografieren und nicht höher zu gehen.
Aber ich denke, das ist ein irreführender Rat.

WARUM?

IHR HABT BESSER EIN  ANSTÄNDIGES BILD ALS EIN BILD IN PITCH-BLACK.

Ja, ich stimme zu.
Versucht, den ISO so niedrig wie möglich zu halten.
Das bedeutet, dass ihr zuerst die anderen Einstellungen ändern sollt, bevor ihr den ISO berührt.

ISO IST ALSO IMMER DER LAST RESORT.

Das ist mein Mantra.

Nun folgt die Erklärung:
Wenn der ISO erhöht wird, wird das Bild körnig und daher weniger scharf.

Ab welchem ISO das wirklich bemerkbar ist, hängt von der Qualität eurer Kamera ab.

Und nein, ich möchte noch nicht, dass ihr eure Canon 600D loswerdet, aber beachtet, dass eine High-End-Kamera entschuldigt werden kann, wenn ihr den ISO hochpumpt, während eine Low-Budget-Cam mit Einschränkungen verbunden ist.

Aber keine Sorge, wir werden in einem späteren Beitrag auch darüber sprechen, wie ihr dieses Problem umgehen könnt.

Außerdem ist Körnung ein Stilmittel, mit dem viele Leute ihr Bild verbessern wollen.

Wenn ihr euch z.B. für einen Vintage-Stil entscheidet, möchtet ihr diese Funktion möglicherweise absichtlich verwenden, anstatt in der Nachbearbeitung Körnung hinzufügen zu müssen.

Nachdem ihr nun die erste Komponente des Belichtungsdreiecks gelernt habt, fahren wir mit der Belichtungszeit fort.

Zur Erinnerung:

  1. ISO regelt die Lichtempfindlichkeit des Sensors eurer Kamera.
  2. Ein niedriger ISO ist 100, ein hoher, jeder ISO über 6400.
  3. Am besten solltet ihr versuchen den niedrigsten ISO, der möglich ist, zu verwenden, um die höchstmögliche Bildqualität sicherzustellen.Diese Regel kann aus stilistischen Gründen gebrochen werden.

BLENDE

Ok, die Blende ist etwas komplizierter zu verstehen, aber das in Ordnung.

Ich führe euch so einfach wie möglich durch.

Die Blende ist im Grunde genommen für die Tiefe eures Fokusfeldes verantwortlich.

Je kleiner die Zahl, z. f / 1.4 je schmaler ist eure Schärfentiefe. Dies bedeutet, dass ein Großteil eures Hintergrunds unscharf ist und nur das Motiv (oder ein Teil davon) scharfgestellt ist.

Je größer die Zahl, z.B f / 22, desto schärfer der Hintergrund, aber auch der Vordergrund.

Die Effekte der von euch gewählten Blende gehen 2/3 vom Fokuspunkt zurück und 1/3 vom Brennpunkt vorwärts.
Dies ist der Grund, warum, wenn eine ziemlich offene Blende z.B. f / 2.8 – f / 1.2 verwendet wird, der Vordergrund ebenfalls sehr unscharf ist (vor eurem Fokuspunkt).

Dies wird häufig verwendet, um das Motiv von seiner Umgebung zu trennen.

Die Blende f / 22 hat einen weiteren coolen Faktor.
Das Licht bricht in Form von Sonnenstrahlen, wenn das Objektiv direkt auf die Lichtquelle gerichtet ist. Probieret es aus, es ist super!
So wie wir als Kinder Sonnen gemalt haben.

WELCHE BLENDE BRAUCHE ICH DEMNACH?

Ehrlich gesagt, die, die ihr verwenden möchtet.
Es ist auch ein Stilelement.
Aber wenn ihr zum Beispiel eine Gruppe von Menschen fotografieren wollt, würde ich alles von f / 5.6 – f / 11 verwenden, um alle Personen im Fokus zu haben.

In Hochzeitsreportagen dagegen schwören viele Fotografen auf eine Blende von f / 2.8 oder f / 2, um das Brautpaar vom Rest der Gäste zu trennen.

Wie ich schon sagte, mach, was du für richtig hältst.
Ich persönlich bleibe immer im Bereich von f / 1.4 bis f / 4, weil ich meistens einzelne Personen shoote und weil ich ein Objektiv mit einer Brennweite von 35 mm habe.

AUCH DIE BRENNWEITE ZÄHLT!

Wenn ein besonders weitwinkliges Objektiv wie 35 mm und kleiner habt, seht ihr  kaum die Unterschiede von f / 1,8 bis f / 1,4.
Im Vergleich dazu hat ein 85-mm- oder 105-mm-Objektiv mit f / 1,4 oder f / 1,8 ein so weiches Bokeh und viel Unschärfe.

Dies ist auf den Winkel zurückzuführen, den das 85-mm-Objektiv bietet. Je größer die Brennweite, desto verwischter wird der Hintergrund bei großer Offenblende (kleine Zahl nach f, also f / 1.4).

Deshalb ist das Bokeh auf dem 85-mm-Objektiv so viel besser sichtbar als auf dem 35-mm-Objektiv.

Ich weiß, dass dies technisch nicht gut erklärt ist, aber wie gesagt:
Ich beschreibe es so einfach wie ich kann.

Je weiter die Blende geöffnet wird, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Ich denke, das ist ein Kinderspiel, aber man kann es mit unseren Augen vergleichen.

Nachts weiten sich unsere Pupillen sehr weit, um mehr Licht für uns zum Sehen hineinzulassen.

Während des Tages, besonders bei direkter Sonneneinstrahlung, sind unsere Pupillen sehr klein, da bereits so viel Licht in unsere Lichtrezeptoren gelangt.

Genau so ist es mit unserer Blende.
Viel Licht – kleine Blende.
Bei schlechten Lichtverhältnissen – große Blende.

ABER es kommt auch auf den Stil an und natürlich müsst ihr die große Blende nicht nur für Situationen mit schlechten Lichtverhältnissen oder umgekehrt sparen.

Weitere Informationen zur Belichtung findet ihr in einem separaten Post.

Ich hoffe ihr habt die Grundlagen der Blende verstanden.

Weil wir uns jetzt unserer letzten Komponente des Belichtungsdreiecks nähern, VERSCHLUSSZEIT.

manual-photography-aperture-iso-shutter-speed-small-camera-beginner-basics
KLEINE BLENDE (große Zahl f/22)
manual-photography-fully-open-aperture-iso-shutter-speed-wide-camera-beginner-basics
GROßE OFFENBLENDE (kleine Zahl wie f/1.4)

VERSCHLUSSZEIT

Letzter Teil für heute, ist die Verschlusszeit.

Diese ist wieder einfach 🙂

Grundsätzlich müsset ihr diese zwei Dinge wissen:

  1. Je kürzer die Verschlusszeit, z. 1/1000, je kleiner die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt.
  2. Je kürzer die Verschlusszeit, desto mehr friert das Motiv ein.

Ihr könnt auch hier die Verschlusszeit für euren gewünschten Effekt aussuchen.

Zum Beispiel, wenn ihr einen Wasserfall mit smoothem Wasser aufnehmen möchtet, benötigt ihr eine längere Verschlusszeit, beispielsweise 3 Sekunden oder länger.

Wenn ihr dagegen ein Auto aufnehmen möchten, benötigt ihr eine sehr kurze Verschlusszeit, beispielsweise 1/4000.

Ihr könnt mit der Verschlusszeit  herumspielen, um bestimmte Effekte zu erzielen, z. B. das Lichtmalen in der Nacht oder Geister-Effekte.

Dies wird auch im nächsten Belichtungsbeitrag sein!

ALSO HIER NOCHMAL EINE ZUSAMMENFASSUNG:

  1. ISO regelt die Lichtempfindlichkeit. Bemüht euch immer, den kleinstmöglichen ISO zu verwenden, um Bilder in bester Qualität zu erhalten.
  2. DIE BLENDE steuert die Schärfentiefe eures Fokusfeldes.
    Je nachdem, welchen Stil ihr fotografiert, verwendet ihr eure bevorzugte Blende.
  3. DIE BELICHTUNGSZEIT kann Bewegungen einfrieren (schneller Verschluss) oder Lichter und Bewegungen verlängern (langsamer Verschluss).
    Wählt diese wieder mit Bedacht aus, um die Vorstellung von eurem Bild zu erhalten.

Diese drei Komponenten bilden das Belichtungsdreieck.

Das bedeutet, dass sie voneinander abhängig sind. Ändere eine und du musst die anderen ändern, um die gleiche Lichtsituation beizubehalten.

Wie das genau funktioniert, ist das Thema meines nächsten Blogposts.

Haltet also eure Aufregung hoch und spiet mit den drei Komponenten eurer Kamera und übt diese.

Habt ihr Fragen?
Oder konstruktive Kritik?

Ich wette, ich habe etwas vergessen, aber dies sind die absoluten Grundlagen, die ihr beherrschen müsste, um zu wissen, wie man manuell fotografiert.

Es gibt wahrscheinlich Kurse, die länger als 6 Stunden dauern. Aber ich hoffe, diese Informationen reichen für den Anfang aus.

Verratet mir gerne: Wo seid ihr auf eurer fotografischen Reise? Anfänger, Amateur, Profi oder irgendwo dazwischen?

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Nirina

Hey, ich bin Nirina, eine leidenschaftliche Fotografin aus Deutschland. Wenn ihr auf der Suche nach der richtigen Person seid, um eure Portrait-, Mode- und Lifestyle-Bilder aufzunehmen, genau das liegt mir am meisten! Natürlich bin ich auch immer offen für andere Projekte wie Landschaften, Architektur, jede Art von Low-Light-Fotografie usw., aber in aller Ehrlichkeit, mein Herz schlägt für People-Fotografie! Ich mache endlich meinen Traum zum Beruf und das könnt ihr auch! Deshalb finden ihr hier auch Motivation in meinem Blog. Neben dem Fotografieren bin ich auch ein Gesundheits-, Wellness- und Reisebloggerin. Ihr könnt meine andere Seite hier ansehen: http://www.vam-po.com. Dort finden ihr alles rund um ein gesundes Leben, jede Menge veganer / vegetarischer Reiseführer und Reisefotos.

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